Gautsch-Tradition im Druckhaus Götz

„PAKKT AN! LASST SEINEN CORPUS POSTERIORUM FALLEN AUF DIESEN NASSEN SCHWAMM, BIS TRIEFEN BEIDE BALLEN. DER DURSTGEN SEELE GEBT EIN STURTZBAD OBEN-DRAUFF! DAS IST DEM SOHNE GUTENBERGS DIE BESTE TAUFF.“

Beim Gautschen, einem Buchdruckerbrauch, der sich bis ins 16. Jahrhundert zurückverfolgen lässt, werden Lehrlinge nach bestandener Abschlussprüfung in einer mit Wasser gefüllten Wanne untergetaucht oder auf einen nassen Schwamm gesetzt.

Nass geht es auch heute noch zu, wenn gegautscht wird. Aber nicht nur der Täufling wird nass, sondern oft auch die Packer, der Schwammhalter und die Zuschauer. Natürlich wird den Lehrlingen nicht mitgeteilt, wann genau sie gegautscht werden. Gelingt es ihnen nämlich, den Packern und somit dem Gautschen zu entfliehen, müssen sie das folgende Gautschfest nicht selbst bezahlen. Nach der fröhlichen Zeremonie erhalten sie ihren Gautschbrief, der die Taufe zum Jünger Gutenbergs bestätigt.

Im Druckhaus Götz wird diese Tradition auch im 21. Jahrhundert gepflegt, zuletzt im Frühjahr 2011!